Gießener Wohnraumbündnis gegründet!

Gießen, 24.7.2013

In Gießen hat sich am Mittwoch ein Bündnis für bezahlbaren Wohnraum gegründet. Ziel des Bündnisses sei es während der heißen Phase des Landtagswahlkampfes die Bürgerinnen und Bürger für das Problem der Wohnungsnot zu sensibilisieren.

„Wir brauchen jährlich mindestens 3200 neue Sozialwohnungen in Hessen, um die aus den Sozialbindungen fallenden Wohnungen zu kompensieren und so die Zahl an Sozialwohnungen wenigstens stabil zu halten“, so Andreas Schaper, JLU-AStA-Referent für Wohnen und Soziales und Initiator des Bündnisses. Um der hessischen Wohnungsnot Herr zu werden müsse aber allgemein das Wohnungsangebot verbreitert werden. „Hessenweit müssten bis 2030 rund 300.000 Wohnungen gebaut werden, allein für die Stadt Gießen besteht ein Fehlbedarf von knapp 4000 Wohnungen“, so Schaper weiter.

Das Bündnis sei als Ausgründung des hessischen Wohnraumbündnisses gedacht und wolle nicht nur auf die Lage vor Ort in Gießen eingehen, sondern vor Allem die geplante landesweite Kampagne des hessischen Bündnisses vor Ort umsetzen.

„Es gibt zwei Möglichkeiten dem derzeitigen Mangel an Sozialwohnungen zu begegnen. Den Bau von Sozialwohnungen oder eine entschiedene Bekämpfung des Niedriglohnsektors, damit sich die Menschen ohne staatliche Hilfe am Wohnungsmarkt versorgen können!“, so Klaus Zecher für den DGB Mittelhessen. Kurzfristig müsse aber auch sichergestellt werden, dass für Transfergeldempfänger, wie z.B. Arbeitslose, die staatliche Übernahme der Wohnkosten in der angemessenen Höhe erfolgt. „Die derzeitige Wohnungsmarktsituation zeigt einmal mehr, dass öffentlicher Wohnungsbau langfristig Geld spart, indem er die staatlich übernommenen Wohnkosten drückt!“, so Zecher weiter.

Man werde in den nächsten Wochen kleinere Aktionen durchführen, um die Menschen direkt anzusprechen und dafür zu werben, die Thematik bei der Landtagswahl bei der Wahlentscheidung mit zu bedenken.

Auf der Homepage des hessischen Wohnraumbündnisses www.wohnraumbuendnis-hessen.de stehen Wahlprüfsteine zur Verfügung, damit sich die Bürgerinnen und Bürger über die jeweiligen Positionen der Parteien informieren zu können.

Für die lokale Ebene forderte das Bündnis die Nutzung von Konzeptvergaben bei der Aufstellung von Bebauungsplänen und der Veräußerung von öffentlichen Grundstücken, um kostengünstig Sozialwohnungen zu schaffen, eine bessere ÖPNV-Anbindung ans Umland und die Einführung einer Leerstandserhebung in Gießen.

In dem Bündnis sind die Studierendenschaften der THM und der JLU, der Mieterbund Gießen, der DGB Mittelhessen, die Jusos Gießen, die katholische Kirche, die Lokale Agenda-Gruppe „Wohnen für Generationen“, die Gesellschaft für soziales Wohnen (GSW) und Einzelpersonen vertreten.